Berlin und seine berufenen Hunde-„Retter“

Berlin ist heiß die Tage…
Ich muß einkaufen. Kann die Hunde bei der Hitze nicht im Auto sitzen lassen. Auch, wenn ich die Warnungen nicht mehr hören kann, denn man weiß inzwischen, daß es dem Hund derzeit im Auto zu heiß wird…

Die Hunde werden an einem Baum festgemacht, das Auto steht geparkt gleich daneben, ich geh in den Laden.

Als ich wieder rauskomme, lange hat es nicht gedauert für das bißchen Zeugs, steht auf dem Parkplatz ein Transporter mit der Aufschrift „Leute helfen Leute e.V.“ oder so ähnlich (der korrekte Name wird aus rechtlichen Gründen verschwiegen), und zwar mitten im Weg. Dafür sehr nahe zu meinen Hunden.
Ein bärtiger Typ Ende 40 versucht immer mal wieder, meine Hunde anzusprechen. Sie sagen ihm lauthals, was sie davon halten: nix.

Ich fahre mit meinem Einkaufswagen Slalom und sage im Vorbeigehen nur so, „na,  Köterz…“  Die Hunde sind mal kurz still und setzen sich. Der bärtige Berufene scheint es nicht zu begreifen…

Ich packe meinen Einkauf in Ruhe in mein Auto, der Typ spricht meine Hunde nochmal an. Sie regen sich wieder auf.

Ich frage ihn, ob er sich für die Hunde interessiert, aber er hört nicht richtig zu, er ist nicht an meinem Gerede interessiert…
Ich werde deutlicher: „Du interessierst dich also für MEINE Hunde?!“

Wie, was? Ach, nein. Und natürlich würde er nie an fremde Hunde rangehen, ohne den Besitzer zu fragen.
Er hat selbst einen Hund. Sagt er.

Was er und sein Compagnon von meinen Hunden will, kann er nicht sagen. Steigt ein, weg sind sie.

Das war Teil 1, und der nächste folgt sogleich.

Nächster Laden, selbe Prozedur, nur gibt es da keinen Baum, also auch keinen Schatten, nur einen Laternenmast. Ich hänge die Hunde daran, gebe jedem noch mal Wasser, und erkläre ihnen, daß sie sich gefälligst hinlegen sollen, denn sie haben Pause.

Im Laden wird plötzlich gerufen, wem die drei Hunde denn gehören. Ich erkläre, daß es meine sind, und man sie nicht anzufassen hat.
Jaja, aber Kundschaft beschwert sich, und da MUSS man ja reagieren. Hm, Einzelhandelsgeschäft mit sozialen Aufgaben, das ist doch mal was.

Die Dame, die sich für meine Hunde interessiert, ist auch schon zur Stelle. „Die Hunde hecheln“, erklärt sie empört. „Das müssen sie“, sage ich ihr. „Jaja, weiß ich doch, sie können nämlich nicht schwitzen“, doziert sie fix. Aha, grundsätzliches Grundwissen ist also vorhanden, immerhin…
„Die Hunde liegen!“ erklärt sie triumphierend. „Das habe ich denen auch so gesagt“, erkläre ich. „Aber es geht ihnen schlecht!“ behauptet sie. Ich verliere nun doch langsam die Langmut und erkläre ihr, daß ich ihnen eben Wasser gegeben habe, und daß sie mir doch mal bitteschön ihre Qualifikation verraten soll…
„Also, ich kann da aber nichts dafür, wenn ihren Hunden WAS passiert!!!“ verkündet sie mit Nachdruck.

In Berlin rettet man gern fremde Hunde. Es ist halt nur doof, wenn sie sich von Fremden nicht anfassen lassen wollen…

Vermutlich darf ein Hund dort ab Frühsommer nicht mehr ins Freie, sondern muß im Kühlhaus eingelagert werden.

Und so Selbsternannte und Berufene, die sich mal schnell ein Erfolgserlebnis verschaffen wollen, gibt’s die Menge.

Kleine Warnung am Rande! Der Hund kläfft zur allgemeinen Warnung. Wer diese mißachtet, riskiert einen Biß. Und zwar zu Recht!
Also jammert dann nicht.

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3 Antworten zu Berlin und seine berufenen Hunde-„Retter“

  1. Marco Ladermann schreibt:

    Da bin ich froh, dass ich im Auto Käfige habe und alle Fenster und Klappen offenstehen lassen kann. Das hat noch nie zu Diskussionen geführt. Zugegeben: Ich meide auch Situationen, in denen ahnungslose aber „tierliebe“ Menschen falsch konditionierten Schlüsselreizen ausgesetzt werden.

  2. alwinstarsfield schreibt:

    Ja. Berlin halt. Köterstadt. 😄

  3. rotegraefin schreibt:

    Dabei bin ich doch gerade dabei mein Kläffen auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
    Ich hab mal gelernt: „Bellende Hunde beißen nicht!“ und mich bei einem Besuch um das Gekläff des Dackels der alten Tante, der um mich herum sprang nicht gekümmert. Schupps hat er mich in die Wade gekniffen.
    Ihr Neffe hat dann wohl die Tante für das schlechte Benehmen ihres Hundes gerügt.
    Ich hab mir eine Spritze gegen Tetanus gegeben lasen. Nach ein paar Tagen war der ganze Vorfall
    so gut wie vergessen, auch weil viel dramatischere Erlebnisse auf mich warteten.

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