Hundescheiße – das leidige Problem

Der Hund lebt. Als Lebewesen hat er Körperfunktionen.
Körperfunktionen sind dem Menschen aus verschiedenen überlieferten Gründen peinlich und unangenehm.
Der lebende Körper produziert verschiedene Abfallprodukte, die für ihn selbst keinen Vorteil mehr bringen. Für andere Lebewesen mag darin noch Interessantes und Verwertbares stecken, für ihn selbst und seine Gattung nicht mehr.
Aus biologischen Gründen läßt er sie hinter sich und meidet sie ganz gezielt.
Abprodukte sind widerlich. Das zumindest findet der Mensch.

Nun ist es so: dem Hund kann man das Kacken schlecht ganz verbieten.
Dem Menschen auch nicht. Der Mensch lernt, wie er das „richtig“ und ausreichend versteckt und heimlich zu erledigen hat, unter Beachtung verschiedenster Gesichtspunkte, unter anderem hygienischen – aber auch denen der „Schicklichkeit“.
Der Hund kapiert solche merkwürdigen Ansinnen nicht, ist allerdings hochgradig lernfähig. Er lernt also, wo der passende Platz ist und – wird es mit ihm geduldig geübt – auf Aufforderung bzw. Erlaubnis hin zu tun, was er tun muß: Kacken.
Fällt es dem geneigten Leser schwer, dieses Wort problemlos zu akzeptieren? Dann darf er gern an dieser Stelle über seine persönliche Haltung dazu nachdenken, wenn schon das Wort für den Vorgang Schwierigkeiten macht…

Fakt ist – mit Autos lebt der Mensch inzwischen seit ca. 100 Jahren. Für Autos gibt es vollen Support und eine ausgedehnte Infrastruktur. Die Straßen sind nach Normen erbaut, die den Erfordernissen der Autos angepaßt sind, und bis hin zu den albernen elektrischen Mattenklopfern an der Tanke bleibt eigentlich nichts zu wünschen übrig.

Mit Hunden lebt der Mensch seit mindestens 15tsd. Jahren zusammen. Die Gelehrten streiten noch, ob und wieviel länger es sein könnte – möglicherweise ist es ja zweimal so lange. Für den Hund gibt es in unserer Lebenswelt kaum Support und keine Infrastruktur. Vor allem nicht für die angeborenen täglichen Körperfunktionen.
Einem Hund beizubringen, auf eine installierte öffentliche Schüssel oder Mulde von ausreichender Größe (Infrastruktur!) zu treten, dort seine Notwendigkeiten zu erledigen, und seine uns Menschen widerlich vorkommenden biologischen Abpordukte mit einem kleinen Technik-Trick verschwinden zu lassen – Kleinigkeit!

Ein Hund lernt in seinem Leben eine Menge Dinge, die ihm merkwürdig vorkommen, und doch tut er recht klaglos, wie er soll. Zumindest, soweit sein Mensch in der Lage ist, ihn geduldig dazu zu bewegen.
Prinzipiell ist das alles kein Problem.

Und – wie sieht die aktuelle Lösung des Problems aus?
Neben Jammern und Meckern – nebst dem Hinweis auf moralische Minderqualität von Hund und Mensch – das Verbot.

Na, prima. Damit haben wir Menschen ja auch so gute Erfolge in anderen Bereichen erzielt.
Wo etwas verboten wird, löst sich das Problem doch gewöhnlich von selbst. Es verschwindet…
Oder?
Oder wie oder was?

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5 Antworten zu Hundescheiße – das leidige Problem

  1. Alexander Rezner schreibt:

    Das Problem mit Autos und Hunden in Ballungszentren ist für mich einfach die Dichte an Exemplaren. Das gab es vor 15.000 Jahren noch nicht. Das gab es auch vor hundertfünfzig Jahren noch nicht.

  2. yerainbow schreibt:

    Nicht nur an Autos und Hunden, sondern auch an Menschen. Im Verhältnis zur Anzahl der Menschen ist der Hund durchaus ins Hintertreffen geraten…
    Das kann man natürlich sehen wie man gern will.
    Der Hund macht den Fehler vermutlich eher nicht, oder?

  3. Norbert schreibt:

    @Alexander: vor den Autos gabs die Pferde, und das waren nicht wenige, z.B. in Berlin. Jeder bessere Haushalt hatte eine Remise für den Wagen, daneben die Pferde und darüber die Kutscherstube. Als Henry Ford ankündigte, dass seine Autos bald in Serie gebaut und dann für viele erschwinglich sein würden, haben schlaue Journalisten von der schönen Zukunft geträumt: keine Unfälle mehr auf den Straßen, das das Risiko durchgehendes Pferd wegfällt, kein Gestank mehr auf den Straßen, kein Dreck etc.

  4. Heinz N. Abreu schreibt:

    Alpabzüge sind in der Schweiz jeden Herbst ein gern gesehenes Spektakel. Die Kühe und Rindern Kacken die Straßen voll. Früher lies man es einfach liegen. Hey Leute man lebte damit und heute geht an vielen Orten ein Schlussmann mit Schaufel hinterher und putzt es weg, nein nicht ein einen Sack sondern an den Straßenrand.
    An einer Streetparade Pissen die Männer überall hin und es stinkt zum Himmel wo man nur entlang geht.
    Ja klar, die Plage mit den Hundebesitzer. Hey wir haben 4, 3 Mittelgroße und ein Großer. Natürlich mit dem Unterschied das sie auf unserem Grundstück bleiben. Diese Abzocke bei euch würde mich ganz einfach veranlassen die schöne Scheisse liegen zu lassen. Es reicht ja schon das der Gesetzgeber Chips bei den Katzen verlangt. Sie könnte ja Nachbars Fisch Fressen und um mit einem Großaufwand ein Verfahren zu veranlassen ist dieser Chip unerlässlich. Die andere Variante ist halt wenn der Hund einmal einen wilden Löwen (Reh usw.) reißt muss der Besitzer vor Gericht damit er nach Stich und Faden gemelkt werden kann.

    Noch ne Schlußfrage; was macht ihr eigentlich mit euren Pennern in den Großstädten. Sind die auch mit einem Chip versehen, so quasi Satelliten überwacht?

  5. Ramona A. O. schreibt:

    Hier geht es doch um den Hund und sein Abfallprodukt!? Oder hab ich mich verlesen.
    Aber apropos: ich selbst bin Hundehalterin und ärgere mich auch, wenn inmitten auf dem Gehweg ein Hundehaufen liegt – wenn man den schon nicht entsorgen möchte, dann sollte der Hund wenigstens an den Bordsteinrand kacken – weil oftmals erlebe ich, dass es an öffentlichen Abfallbehältern fehlt, wo man entsorgen sollte.

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